Robert Rehfeldt – Kunst im Kontakt
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Robert Rehfeldt – Kunst im Kontakt

Herausgegeben von Lutz Wohlrab

Robert Rehfeldt erhob den Briefverkehr zur Kunst und war Schaltstelle zwischen Künstlern in Ost und West. Von Ost-Berlin aus wurde er der wichtigste deutsche Mail Artist. Dieses Buch würdigt Leben und Werk des 1993 Verstorbenen.

Mit Beiträgen von: Eugen Blume, Wolfgang Leber, Joachim John, Roger Servais, Matthias Wegehaupt, Dieter Goltzsche, Oskar Manigk, Joachim Pohl, Harald Metzkes, Edgar Binder, Lutz Wohlrab, Valeri Scherstjanoi, Lothar Böhme, Ursula Strozynski, Viola Sandberg, Karla Sachse, Bernd Kuhnert, Leonard Frank Duch, Ruth Wolf-Rehfeldt, Thea Herold, Gerd Börner, Dietrich Schneider, Birger Jesch, Claus Löser, Jürgen Schweinebraden, H.R. Fricker und Klaus Staeck.

Erscheinungsdatum: 09/2009
96 Seiten mit 42 Farb- und 19 s/w-Abbildungen
Format: 24 x 17 cm
12 € (portofrei in Deutschland, plus 3 € in der EU)

ISBN: 978-3-9814296-0-2

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Robert Rehfeldt – Kunst im Kontakt S. 92 Robert Rehfeldt – Kunst im Kontakt S. 93 Robert Rehfeldt – Kunst im Kontakt S. 4 Robert Rehfeldt – Kunst im Kontakt S. 74

Auch als Vorzugsausgabe mit bestempeltem Vorsatzblatt und 13 originalen Mail Art-Karten von Robert Rehfeldt im bestempelten und von Ruth Wolf-Rehfeldt signierten Umschlag erhältlich.
Auflage: 20 Exemplare

zur Vorzugsausgabe

Rezension

Robert Rehfeldt (1931-1993) war einer der bekanntesten und wichtigsten Vertreter der Mail Art in der DDR. Die Publikation “Robert Rehfeldt. Kunst im Kontakt” versammelt verschiedene Arbeiten aus dem Archiv des Künstlers sowie zahlreiche Texte von Weggefährten und Freunden.

“Diese Karte teilt dir meine Gedanken mit, denke sie weiter!”, stempelte Rehfeldt einst auf Postkarten, die die Landesgrenzen überquerten und den innerdeutschen und internationalen Austausch unter den Künstlern ermöglichten. Er war ein “kommunistischer Träumer”, heißt es in einem Text, der nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in die sowjetische Besatzungszone zog und dort sein Glück als Künstler zu suchen.

Doch die Repressalien seitens der Machthaber schränkten seine künstlerische Produktion als Maler und Druckkünstler ein, aus der offiziellen Kunstszene der DDR wurde er ausgeschlossen. Um dem “Mief eines akademischen sozialistischen Realismus” zu entfliehen und nicht in der künstlerischen Isolation zu enden, wandte er sich der Mail Art zu…

Sie bildete die Grundlage für eindringliche Sätze wie “Kunst ist, wenn sie trotzdem entsteht” oder “Künstler rührt euch, sonst werdet ihr weggetreten”, die Rehfeldt über die Jahre auf Postkarten und Briefe stempelte und in die Welt versandte. Denn, so schreibt Dietrich Schneider in seinem Textbeitrag: “Aber wie wir Franz Kafka nicht hätten ohne den überstrengen Vater und Georg Trakl nicht ohne Suchtkrankheit und Inzest, hätten wir Robert Rehfeldt nicht ohne die DDR und ihren subtilen Apparat der Restriktion“.

Julia Schmitz am 18. Februar 2013
im Kunstmagazin online:
Der kommunistische Träumer